Danke :))
So, ein neuer Teil, hoffe er gefällt euch. :devil
3.Kapitel
Das war wirklich ein bisschen viel für den ersten Tag gewesen. Ich schluckte immer noch. Ja, ich hatte bei meinem Chef gelernt, dass man sich nicht in die Opfer versetzen sollte, aber wie sollte ich das nicht? Diese Frau war schließlich auch Mutter. Hätte mein erster Fall nicht ein Mord an einem Senator sein können, der angeblich ganz wichtig war, von dem aber niemand etwas wusste?
Als ich noch in meinen Gedanken versunken war, kam Karla hereingestürmt, sie hatte nicht einmal geklopft, was meinem Chef nicht zusagte, wie ich an seinem Gesicht ablesen konnte.
"Entschuldigung, Herr Dellert, sorry Ann, aber ich hab etwas unglaublich wichtiges zu sagen!!!"
So wichtig, um ein Meeting des Chefs zu stören? Das musste aber verdammt wichtig sein. Hatten sie etwa die Kinder gefunden?
"Wir haben eine anonyme Anruferin, die sich morgen früh mit uns treffen will. Wo sagt sie uns heute abend!"
Mein Chef war sichtlich angetan, doch ich konnte erkennen, dass er zweifelte. "Und diese Anruferin hat Qualität?"
Clara fing an zu zittern, wenn unserem Chef etwas nicht gefiel war das grauenhaft für alle Beteiligten.
"Sie klang aufgeregt. Sie ist schwanger und sie sagt, dass sie an einem Spielplatz einen Mann gesehen hat, der mit einem Kind da war, einem Kleinkind... Sie wollte nicht mehr sagen, aber es schien sie zu beängstigen!"
Ich schmunzelte.. Es klang stark nach einer Ente.
"Wir versuchen es. Wir müssen alles versuchen. Hat sie gesagt, warum sie anonym bleiben will?" erkundigte sich mein Chef.
"Sie hat Angst. Denn man hat sie bedroht."
Ich schluckte.. Jetzt erst viel mir wieder auf wie schwer es war eine Polizistin zu sein. Man konnte eigentlich nichts gegen die Verbrechen machen.. Man konnte nur versuchen, Taten, die schon geschehen waren, zu rächen, es war grauenhaft.. Und plötzlich bemerkte ich diese Angst in meinem Bauch. Angst, dass meiner Familie etwas passieren könnte... MIr wurde schlecht.
Klara und mein Chef bemerkten mein fahles Gesicht. Klara sah unseren Chef vielsagend an und er nickte nur. Konnten die beiden nur anhand ihrer Gedanken kommunizieren?
"Ann, Herzchen. Geh nach Hause! Du siehst müde und mitgenommen aus.. Gönn dir den Nachmittag eine Auszeit!"
"Aber, Klara! Ich bin Polizistin, ich kann nicht einfach frei nehmen."
"Es muss ein Schock für Sie sein in so einen Fall zu kommen, wo sie so lange in Mutterschutz waren, ich bitte Sie, Ann, gehen Sie zu Ihrer Familie, und kommen Sie morgen um halb 7 hier ins Büro. Ich möchte, dass Sie mit der Anruferin sprechen."
Ich nickte, meienm Chef konnte ich nicht widersprechen, und irgendwie wollte ich es nicht. Ich sehnte mich nach meiner Familie.
Mit einem "Danke" umarmte ich meine Freundin und ging zur nächsten U-Bahn, nach 45 Minuten war ich zu Hause und stürmte in das Kinderzimmer meines Mädchens, wo auch mein Mann stand.
Ich küsste ihn leidenschaftlich und war so glücklich in zwei starken Armen zu liegen. Warum fiel mir die Arbeit aufeinmal so schwer. Warum kam diese schleichende Angst in meinen Kopf und ging nicht mehr weg? Früher war ich doch auch nicht so gewesen. Lag es vielleicht an diesem kleinen Wesen, das ich beschützen musste?
Und als ich meine Kleine umarmte, wusste ich, wo ich hingehörte. Zu meiner Familie. Nie hatte ich dieses starke Band so sehr gespührt, wie in diesem Moment. Ich wollte meine Familie immer beschützen und mich nie so in Gefahr bringen, wie in den Anfängen meiner Karriere. Ich war zu riskant an die Sache herangegangen, damals ging es nur um mein Leben. Heute ging es um meien Tochter. Um meinen Mann auch, aber vorallem um meine Tochter. Sie musste eine Mutter haben, die für sie da war.
Ich gab Ani meinem Mann und zog mich schnell um, um gleich wieder meine Süße auf den Arm zu nehmen.
Nichts machte mich so glücklich, wie die kleinen Hände meines Schatzes zu spüren, die meinen Pulloverkragen fasten und ihn nicht loslassen wollten. Die "Bubu" sagte und "M'ma". Die kicherte und quitschte, die einfach so unendlich süß und unschuldig war, wie nur ein Kleinkind sein konnte. Wie konnte man Kinder seinen Eltern entziehen? Was waren das für Menschen, die so etwas taten?
Ich liebte dieses kleine Wesen mehr als mein eigenes Leben.